Helikopter Geld

Der EZB-Chef Mario Draghi äußerte sich zuletzt nicht grundsätzlich ablehnend zu einer interessanten finanzpolitischen Idee.

Sie nennt sich „Helikopter-Geld“ und stammt vom Ökonomie-Nobelpreisträger Milton Friedman. Er hatte überlegt, was wohl geschehen würde, wenn man Geld aus einem Helikopter über den Menschen herunter regnen ließe.

  • Wie würden die Menschen das Geld verwenden?
  • Würde es den Konsum beschleunigen?
  • Würde es die Wirtschaft ankurbeln?

Der hier verlinkte Artikel von Ralf Streck beschäftigt sich mit einigen Funktionären und Experten, die der Idee aufgeschlossen gegenüber stehen. Mit den Gegnern einer Realisierung dieses Gedankenspiels und er greift ein reales Beispiel aus den USA (nach dem Platzen der Immobilienblase) auf, das zeigt: direkt auf das Konto der Bürger überwiesenes Geld oder „Steuer-Gutscheine“ können positiv auf die Finanzmärkte einwirken.

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EZB-Chefvolkswirt Peter Praet verkündete nun leider, dass die Idee aktuell nicht in der  Führungsebene der EZB diskutiert werde und wohl schwer zu realisieren sei.

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Dass einige hohe Funktionäre der Europäischen Zentralbank dennoch über diese Art der Geldneuverteilung nachzudenken scheinen, macht aber Hoffnung. Denn dies ebnet den Weg zu einer ernsthaften, öffentlichen Diskussion zu dem Thema!

 

Artikel (Telepolis): http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/47/47873/1.html

 

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„finanzielle Massenvernichtungswaffen“

Ein Artikel, der mal wieder an die Missstände der großen Finanzwirtschaft erinnert.

Speziell geht es um Derivate (von der Realwirtschaft unabhängige Finanzprodukte).

Der Aufhänger des Artikels von Ernst Wolff ist eine Meldung der Website „Business Insider“, die mitteilt, dass der Hedgefonds Perry Capital, Kreditausfallversicherungen im Wert von etwa einer Milliarde US-Dollar erworben hat. Geleitet wird der Fond von Richard Perry einem einflussreichen Akteur der Wallstreet und jemand der als einer von wenigen bereits 2006 das Platzen der Immobilienblase und die damit einhergehende Finanz-Krise 2008 vorhergesagt und genutzt hat (ca. 1 Mrd. soll er daran verdient haben).

Im Verlauf des Artikels stellt Ernst Wolff vor, wie solche Kreditausfallversicherungen funktionieren, warum sie attraktiv sind, warum sie als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet werden können und warum sie so schädlich sind.

Ein gut verständlicher und lesenswerter Artikel zu einem Thema, dass nicht untergehen sollte, damit es irgendwann wieder vermehrt in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden kann.

Artikel (Telepolis): http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/47/47740/1.html

Jemen: ein „vergessener“ Konflikt

Wenig ist in den letzten Wochen über das Kriegsgebiet Jemen zu hören. Das ist ein Problem! Denn seit März 2015 leidet die Bevölkerung unter den unmenschlichen Folgen der saudischen, amerikanischen und britischen Luftschläge und nun droht eine Hungersnot. Dieser Krieg muss unbedingt wieder Teil der Nachrichten werden, da sonst kaum Hilfen gewährt werden. Der hier […]