subtiler? Rassismus

Hier verlinken wir einen Artikel über Rassismus in den USA.

 

Schon immer wurden schwarze Menschen von Einzelnen und von Gruppen systematisch benachteiligt. Dieses Phänomen bricht in den USA jetzt (wieder) mit Gewalt in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Im Vordergrund steht aktuell vor allem Polizeigewalt, doch wie der Artikel (ausgehend von Blei-verseuchtem Trinkwasser) deutlich macht, beeinflusst der scheinbar systematische „subtilere“ Rassismus besonders die finanziellen Aspekte des Lebens von US-Bürgern mit dunkler Haut:

So sind schwarze Menschen zum Beispiel die stärkeren Verlierer der Immobilienblase, weil sie Kredite mit höheren Zinsen bekommen als Weiße…

und schwarze College-Absolveten sind höher verschuldet als weiße…

Interessant ist dieser Artikel, weil er zeigt wie gefährlich eine sich über Jahre hinweg haltende oder entwickelnde, systematische Benachteiligung  ist. Und wie viel schwieriger es dann für die Benachteiligten ist, der Situation zu entkommen und ein gleichberechtigtes Leben zu führen.

Mit genau dieser Situation müssen wir uns in Deutschland und ganz Europa nun auch konfrontiert sehen. Wir müssen erkennen, dass für Millionen Einwanderer und Geflüchtete die Gefahr besteht, in einigen Jahren ebenso benachteiligt zu sein wie Schwarze und Einwanderer in den USA.

Wir müssen gleichberechtigte Bildungschancen ermöglichen, gleichberechtigte Chancen bei der Stellensuche und auf Arbeit fördern und auch so triviale Dinge wie die Wohnungssuche muss für Flüchtlinge eine Reform in punkto Gleichberechtigung erfahren. Aktuell stellt eben diese viele Flüchtlingshelfer und Flüchtlinge vor enorme Schwierigkeiten und Hürden, die von der Politik und den einzelnen Vermietern deutlich gesenkt und abgebaut werden können.

Es lohnt sich für die Stimmung der Gesellschaft (und wie im letzten Teil des Artikels kurz anklingt auch wirtschaftlich) Gleichberechtigung zu fördern und zu leben, sowie Rassismus in jeder Form zu bekämpfen!

ZEIT online

 

 

Die bittere Wahrheit über süße Früchte

An dieser Stelle möchten wir auf einen Artikel aufmerksam machen, der eine Oxfarm-Studie vorstellt, welche die Gründe für billige Südfrüchte in unseren Supermärkten ermittelt.

Die dargestellten Gründe sind vielfältig, aber immer auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt. So erlaubt die Marktdominanz der großen Handelshäuser (wie Edeka, Lidl, Aldi, Rewe) ein Diktat der Kaufpreise, wodurch die Arbeit zur Erzeugung der Früchte nicht leistungsgerecht und nicht einmal den Sozialstandards genügend, vergütet wird.

Der Artikel macht auf ein Problem aufmerksam, dass wir viel zu häufig ausblenden, weil es so weit weg erscheint. Wir entscheiden jedoch ob wir diese Preispolitik unterstützen oder ob nicht. Und auch wenn Bananen gesund und nahrhaft erscheinen, sind sie in dieser Form das Leid anderer Menschen wert? Oder sind wir nicht doch bereit ein wenig mehr für für diesen Luxus zu investieren…

Links:

Artikel (Telepolis): http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/48/48393/1.html

Oxfarm-Studie Download.

„finanzielle Massenvernichtungswaffen“

Ein Artikel, der mal wieder an die Missstände der großen Finanzwirtschaft erinnert.

Speziell geht es um Derivate (von der Realwirtschaft unabhängige Finanzprodukte).

Der Aufhänger des Artikels von Ernst Wolff ist eine Meldung der Website „Business Insider“, die mitteilt, dass der Hedgefonds Perry Capital, Kreditausfallversicherungen im Wert von etwa einer Milliarde US-Dollar erworben hat. Geleitet wird der Fond von Richard Perry einem einflussreichen Akteur der Wallstreet und jemand der als einer von wenigen bereits 2006 das Platzen der Immobilienblase und die damit einhergehende Finanz-Krise 2008 vorhergesagt und genutzt hat (ca. 1 Mrd. soll er daran verdient haben).

Im Verlauf des Artikels stellt Ernst Wolff vor, wie solche Kreditausfallversicherungen funktionieren, warum sie attraktiv sind, warum sie als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet werden können und warum sie so schädlich sind.

Ein gut verständlicher und lesenswerter Artikel zu einem Thema, dass nicht untergehen sollte, damit es irgendwann wieder vermehrt in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden kann.

Artikel (Telepolis): http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/47/47740/1.html

unsere Verantwortung

Hier ein außerordentlich lesenswerter Artikel über Reichtum durch Ausbeutung, unser Finanzsystem also. Der Artikel sensibilisiert den Leser für die eigene Verantwortung als Konsument und besser situierten Menschen in dieser Welt.
Lesenswert ist er weniger aufgrund der Ausdrucksweise oder den teilweise etwas leicht daher geschrieben wirkenden Sätze, sondern weil der Autor Jakob Reimann einen Text verfasst hat, der den für die Verantwortung sensibilisiert, die er als Konsument und besser situierter/privilegierter Mensch in dieser Welt trägt.

„Solange es uns halbwegs gut geht, solidarisieren wir uns nicht aufrichtig mit den Geknechteten dieser Welt.“

Reimann beginnt seinen Artikel (der einen gewissen Sprechtextcharakter aufweist) mit der Feststellung, dass es bis 1960 Menschenzoos in Europa gab. Zoos, in denen Menschen anderer Kulturen aufgrund ihres anderen Aussehens in Wanderausstellungen herum gefahren wurden.
Es ist also nicht lange her, dass Menschen hier offiziell als Ware betrachtet werden durften.

Heute scheint das hier nicht mehr möglich, doch dieses Denken ist ganz offensichtlich auf Europa beschränkt, denn:

„Wir wissen alle, dass Shirts von XY auf dubiose Art und Weise irgendwo in Asien produziert werden oder dass es im Irakkrieg auch irgendwie um Öl geht. Aber wir blenden dabei systematisch die betroffenen Menschen aus“

, so der Autor.

Der Letzte Satz des Zitats dient als Überleitung zum Thema: Wert von Rohstoffen verglichen mit dem von Menschen.

Als Beispiel für die Tatsache, dass Rohstoffe in unserem kapitalistischen Machtsystem wertvoller scheinen als Menschen, führt er einen Satz der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright an. Diese antwortete auf die Frage, ob das Wirtschaftsembargo gegen den Irak in den 90er Jahren den Tod von 500.000 Kindern wert war:

„Ich glaube, es ist den Preis wert.“

(Nachdem der Irak am 2. August 1990 in Kuwait eingefallen war, verhängte der Sicherheitsrat der UN ein nahezu totale Wirtschaftsblockade gegen den Irak, in der Folge des Krieges wurden viele für Infrastruktur wichtige Fabriken, Staudämme und Elektrizitätswerke zerstört und durch das Embargo war ein Wiederaufbau des Landes kaum möglich. Das zivile Leben verschlechterte ich zusehends und in der Folge stieg die Kindersterblichkeit enorm an.)

Anschließend führt der Autor weitere Beispiele an; hauptsächlich solche, die uns als Verbraucher betreffen.
Den Schluss bildet ein Appell an die Gesellschaft, sich der Verantwortung zu stellen, das eigene Verhalten zu ändern und sich der moralischen Schuld bewusst zu werden, die uns belastet, wenn wir es nicht tun.

Damit ist der Text ab dem Abschnitt „Neokolonialismus wird zu Demokratieexport“ besonders lesenswert. Ab hier verdeutlicht Reimann, wie wir Menschen regelmäßig ihre „Würde“ absprechen.
Wie wir anderen Menschen ständig das Recht absprechen, zu leben wie wir es tun, nur aufgrund ihres Geburtsortes.

(Dass dies tatsächlich Rassismus per Definition ist, wage ich zu bezweifeln.)
Nicht anzuzweifeln ist dagegen die Tatsache, dass dieses Handeln genauso menschenverachtend und empathielos ist wie Rassismus!

Artikel: http://diefreiheitsliebe.de/politik/rassismus-als-motor-des-kapitalismus/
Artikel zu den Sanktionen und deren Folgen im Irak-Krieg: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg-gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html

„Der Fluch des billigen Öls“

Folgen des fallenden Ölpreises

Eine Zusammenfassung von zwei Artikeln auf  ZEIT online und Spiegel Online.

 

1. Wirtschaftliche Abhängigkeit steigt:

Durch den niedrigen Preis kaufen Firmen und Staaten sehr viel mehr Öl, wodurch sie neue Standards setzen und dadurch in eine höhere Abhängigkeit von den Lieferanten geraten.

Dies stärkt die weltpolitische Macht der Ölstaaten, was nicht generell als negativ zu bewerten ist, aber durchaus Risiken birgt.

 

2. Der finanzielle Druck steigt:

Ländern wie Algerien oder Libyen fehlen durch die niedrigen Preise zu denen sie ihr Öl verkaufen müssen notwendige Gelder für soziale und sicherheitsrelevante Programme. In Libyen profitiert der sogenannte Islamische Staat davon.

Anderen Ländern wie Venezuela und Ecuador droht sogar die Staatspleite.

Diese Krise hat das Potenzial eine Weltwirtschaftskrise zu bewirken!

 

3. Umwelt

Energiepreise werden stärker schwanken. Investoren ziehen sich aus dem Öl-Geschäft zurück weil die Kosten für Instandhaltung und Aufbau neuer Förderwerke zu hoch sind. Dies hat direkte Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt (erneuerbare Energien werden billiger, Firmen die ölabhängige Energieformen vermarkten werden in den Bankrott getrieben -> die Preise beginnen zu schwanken)

Gleichzeitig macht der billige Ölpreis Gas (Gas- und Ölpreise sind gekoppelt) attraktiver als Kohle. Entsprechend könnte eine beschleunigte Schließung der Kohlekraftwerke erfolgen -> positiv für die CO2 Emissionen!

Das funktioniert aber nur, wenn wir den billigen Ölpreis nicht als Einladung für unnötige Spritztouren verstehen nur weil wir uns das endlich leisten können.

Wichtig für eine Reduktion der globalen Erwärmung ist nicht nur die Senkung von CO2 Emissionen sondern in erster Linie eine Reduktion des Energieverbrauchs. (Jede Art von Energie endet in Form von Wärme!)

 

Artikel Zeit: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-01/oelpreis-iran-sanktionen-boerse-erneuerbare-energien

Artikel Spiegel Online: http://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/rohstoffe/id_76703880/oelpreis-crash-geraet-die-weltwirtschaft-aus-dem-gleichgewicht-.html

 

 

 

Kurssturz in China (Globales Finanzsystem)

Der Autor des folgenden Artikels erklärt die Krisen des heutigen Finanzsystems mit dem Versuch einiger Finanzinstitute und Staaten die Kontrolle über die Märkte zu halten, was nach der Krise 2008 nur noch durch viel frisches Geld möglich war -> Gelddruckende Zentralbanken. Als diese Maßnahmen nicht richtig griffen, haben sie begonnen „Staatsanleihen zur Stützung taumelnder Staaten aufzukaufen und auch in die Aktienmärkte einzugreifen.

Durch diese Manipulation aber wurde eine Spirale in Gang gesetzt, aus der ein Ausstieg nun nicht mehr möglich ist. Da das weltweite Finanzkasino fast ausschließlich schuldengetrieben ist, müssen die Kurse, allein um die Zinszahlungen auf diese Schulden bedienen zu können, ständig nur in eine Richtung gehen – nach oben. Fallen die Kurse in größerem Ausmaß, müssen die Zentralbanken sofort wieder aktiv werden und frisches Geld ins System pumpen – ein sich selbst verstärkender Mechanismus, der schlussendlich zum Zusammenbruch des gesamten Systems führen muss, da er sich nicht umkehren, ja noch nicht einmal vorübergehend anhalten lässt.“

Aufhänger des Artikels sind die aktuellen Kurseinbrüche in China.

Artikel: http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/47/47038/1.html