Feuer in Moria: Lesbos

LESENSWERT!

An dieser Stelle möchten wir einen Artikel verlinken, der auf eindrückliche und verbildlichende Weise beschreibt, wie sehr Flüchtlinge leiden, die auf der Insel Lesbos festsitzen.

Im Detail geht es um den Brand im Flüchtlingslager Moria vor etwa einer Woche. Eine Juristin die vor Ort kostenlose Rechtsberatung durchführt, beschreibt ihre Eindrücke der entsprechenden Nacht.

Der Artikel führt vor Augen wie gut es uns geht, soweit entfernt vom Geschehen und wie dankbar wir Menschen wie Ariel Ricker sein müssen, für ihr Engagement und ihren Einsatz für ein menschenfreundliches Bild unser Gesellschaft.

ZEIT online

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subtiler? Rassismus

Hier verlinken wir einen Artikel über Rassismus in den USA.

 

Schon immer wurden schwarze Menschen von Einzelnen und von Gruppen systematisch benachteiligt. Dieses Phänomen bricht in den USA jetzt (wieder) mit Gewalt in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Im Vordergrund steht aktuell vor allem Polizeigewalt, doch wie der Artikel (ausgehend von Blei-verseuchtem Trinkwasser) deutlich macht, beeinflusst der scheinbar systematische „subtilere“ Rassismus besonders die finanziellen Aspekte des Lebens von US-Bürgern mit dunkler Haut:

So sind schwarze Menschen zum Beispiel die stärkeren Verlierer der Immobilienblase, weil sie Kredite mit höheren Zinsen bekommen als Weiße…

und schwarze College-Absolveten sind höher verschuldet als weiße…

Interessant ist dieser Artikel, weil er zeigt wie gefährlich eine sich über Jahre hinweg haltende oder entwickelnde, systematische Benachteiligung  ist. Und wie viel schwieriger es dann für die Benachteiligten ist, der Situation zu entkommen und ein gleichberechtigtes Leben zu führen.

Mit genau dieser Situation müssen wir uns in Deutschland und ganz Europa nun auch konfrontiert sehen. Wir müssen erkennen, dass für Millionen Einwanderer und Geflüchtete die Gefahr besteht, in einigen Jahren ebenso benachteiligt zu sein wie Schwarze und Einwanderer in den USA.

Wir müssen gleichberechtigte Bildungschancen ermöglichen, gleichberechtigte Chancen bei der Stellensuche und auf Arbeit fördern und auch so triviale Dinge wie die Wohnungssuche muss für Flüchtlinge eine Reform in punkto Gleichberechtigung erfahren. Aktuell stellt eben diese viele Flüchtlingshelfer und Flüchtlinge vor enorme Schwierigkeiten und Hürden, die von der Politik und den einzelnen Vermietern deutlich gesenkt und abgebaut werden können.

Es lohnt sich für die Stimmung der Gesellschaft (und wie im letzten Teil des Artikels kurz anklingt auch wirtschaftlich) Gleichberechtigung zu fördern und zu leben, sowie Rassismus in jeder Form zu bekämpfen!

ZEIT online

 

 

unsere Verantwortung

Hier ein außerordentlich lesenswerter Artikel über Reichtum durch Ausbeutung, unser Finanzsystem also. Der Artikel sensibilisiert den Leser für die eigene Verantwortung als Konsument und besser situierten Menschen in dieser Welt.
Lesenswert ist er weniger aufgrund der Ausdrucksweise oder den teilweise etwas leicht daher geschrieben wirkenden Sätze, sondern weil der Autor Jakob Reimann einen Text verfasst hat, der den für die Verantwortung sensibilisiert, die er als Konsument und besser situierter/privilegierter Mensch in dieser Welt trägt.

„Solange es uns halbwegs gut geht, solidarisieren wir uns nicht aufrichtig mit den Geknechteten dieser Welt.“

Reimann beginnt seinen Artikel (der einen gewissen Sprechtextcharakter aufweist) mit der Feststellung, dass es bis 1960 Menschenzoos in Europa gab. Zoos, in denen Menschen anderer Kulturen aufgrund ihres anderen Aussehens in Wanderausstellungen herum gefahren wurden.
Es ist also nicht lange her, dass Menschen hier offiziell als Ware betrachtet werden durften.

Heute scheint das hier nicht mehr möglich, doch dieses Denken ist ganz offensichtlich auf Europa beschränkt, denn:

„Wir wissen alle, dass Shirts von XY auf dubiose Art und Weise irgendwo in Asien produziert werden oder dass es im Irakkrieg auch irgendwie um Öl geht. Aber wir blenden dabei systematisch die betroffenen Menschen aus“

, so der Autor.

Der Letzte Satz des Zitats dient als Überleitung zum Thema: Wert von Rohstoffen verglichen mit dem von Menschen.

Als Beispiel für die Tatsache, dass Rohstoffe in unserem kapitalistischen Machtsystem wertvoller scheinen als Menschen, führt er einen Satz der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright an. Diese antwortete auf die Frage, ob das Wirtschaftsembargo gegen den Irak in den 90er Jahren den Tod von 500.000 Kindern wert war:

„Ich glaube, es ist den Preis wert.“

(Nachdem der Irak am 2. August 1990 in Kuwait eingefallen war, verhängte der Sicherheitsrat der UN ein nahezu totale Wirtschaftsblockade gegen den Irak, in der Folge des Krieges wurden viele für Infrastruktur wichtige Fabriken, Staudämme und Elektrizitätswerke zerstört und durch das Embargo war ein Wiederaufbau des Landes kaum möglich. Das zivile Leben verschlechterte ich zusehends und in der Folge stieg die Kindersterblichkeit enorm an.)

Anschließend führt der Autor weitere Beispiele an; hauptsächlich solche, die uns als Verbraucher betreffen.
Den Schluss bildet ein Appell an die Gesellschaft, sich der Verantwortung zu stellen, das eigene Verhalten zu ändern und sich der moralischen Schuld bewusst zu werden, die uns belastet, wenn wir es nicht tun.

Damit ist der Text ab dem Abschnitt „Neokolonialismus wird zu Demokratieexport“ besonders lesenswert. Ab hier verdeutlicht Reimann, wie wir Menschen regelmäßig ihre „Würde“ absprechen.
Wie wir anderen Menschen ständig das Recht absprechen, zu leben wie wir es tun, nur aufgrund ihres Geburtsortes.

(Dass dies tatsächlich Rassismus per Definition ist, wage ich zu bezweifeln.)
Nicht anzuzweifeln ist dagegen die Tatsache, dass dieses Handeln genauso menschenverachtend und empathielos ist wie Rassismus!

Artikel: http://diefreiheitsliebe.de/politik/rassismus-als-motor-des-kapitalismus/
Artikel zu den Sanktionen und deren Folgen im Irak-Krieg: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg-gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html